Leichtigkeit des Lachens

Drei Frauen lachen auf einmal auf. Vor einer halben Stunde haben wir noch schwierige Themen gewälzt. Das war ernst und ist nun vorbei. Leichtigkeit und Hoffnung erhellen meine Stimmung. So ist es nicht immer.

Es macht mich traurig und wütend zugleich, wenn ich im beruflichen Kontext Frauen erlebe, die nach ihrer Aussage ein kleines Lachen nachsetzen. Auch dieses Lachen sorgt für Leichtigkeit, die Leichtigkeit der Aussage. Traurig macht mich, dass die Frauen nicht geschafft haben sich von der sozialen Rolle, nichts Wichtiges zu sagen zu haben, zu emanzipieren. Wütend macht mich, dass das überhaupt nötig ist.

Wir sind sozialisiert im Hintergrund (ohne Bezahlung) unterstützend zu sein. Eine Meinung zu haben steht einem Hintergrund nicht zu. Also relativieren wir unseren Mutausbruch eine Meinung zu äußern mit dem nachgesetzten Lachen, nehmen damit das bevorstehende Auslachen vorweg. Falls das doch zu unangemessen war, verpacken wir fundierte Aussagen als Witz. So war ich auch, bis ich anfangen konnte, mich von der Rolle der still umsorgende Hintergrund sein zu müssen, zu emanzipieren.

Emanzipation – Befreiung von den unausgesprochenen Erwartungen der Umgebung. Die Emanzipation war eine bewusste Entscheidung, hat viel Kraft gekostet und kostet immer noch viel Kraft. Die Rolle ist so sehr in mir drin, dass ich sie nicht auf einmal in allen Dimensionen und Auswirkungen wahrnehmen konnte, vielleicht immer noch nicht kann. Und das nachgesetzte Lachen war ein Symptom dieser verschlingenden Rolle.

Und wie eine Raucherin, die gerade damit aufgehört hat und empfindlich auf Rauch reagiert, reagiere ich sensibel auf das Lachen von Frauen. Es ist schön zu erleben, dass das Lachen nicht nur ein Symptom ist, sondern auch heilsam und verbindend sein kann.

Das fällt mir wieder auf, als eine bunt gemischte, zufällig zusammen gefundene Gruppe von Frauen auf mehreren Feldern im Doppel Badminton spielt. Da sind sportliche und lange nicht mehr sportliche, junge und nicht ganz so junge Damen dabei und versuchen sich am Spiel, dass jede wohl irgendwann mal gespielt hatte. Entsprechend stolpernd ist der Anfang. Und natürlich ist es ärgerlich und frustrierend, wenn der Federball nicht auf Anhieb länger in der Luft bleiben kann. Aber die Stimmung ist gelöst, weil wir zusammen über unsere Fehler lachen und die Fortschritte bejubeln können. Die Leichtigkeit ersetzt nicht den Ehrgeiz in den Flow zu kommen und den Federball richtig zu treffen. Sie reduziert den Druck und alle bleiben am Ball, unabhängig davon, wie schwierig der Start ist. Der Federball bleibt immer länger in der Luft und die eigentliche Mission, Spaß an der Bewegung zu haben, ist erfüllt.

Lachen bringt Leichtigkeit, die oft sehr nötig ist und manchmal ein richtiger Rettungsring, wir sollten nie aufhören zu lachen. Aber wenn es darum geht unsere Argumente im sachlichen Kontext vorzubringen, sollte frau auf diese Leichtigkeit verzichten und die Gewichtigkeit ihrer Aussagen tragen können.

2 Kommentare

  1. Bei den Frauen in meinem Bekanntenkreis ist mir dieses nachgesetzt lachen noch nicht aufgefallen. Aber verschiedentlich hat es mich in TV Sendungen irritiert, weil es so völlig deplatziert und völlig unnötig ist.

    Keine Frau muss sich kleiner machen, niemals!

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