„Unsere Städte sind Vulkane und Straßen – Lavaflüsse, die wir sehen würden, würden wir das Feuer nicht unter den Motorhauben verstecken.“ Der Satz ist mir hängen geblieben. Leider habe ich mir den Autor nicht gemerkt. In dem Beitrag, in dem dieser Satz zitiert wurde, ging es darum, dass die Klimaforscher alle Fakten und Zahlen längst veröffentlicht haben und nun die Geschichtenerzähler die Bedeutung davon den Leuten klar machen müssten. Ein namhafter Klimaforscher hätte mit diesem Anliegen einen bekannten Schriftsteller angesprochen und in dem Buch, das darauf entstanden ist, ist dieser Satz enthalten. (Falls ich die genaueren Informationen nochmal finde, stelle ich sie in die Kommentare ein.)
„Dicht bebaute Städte mit viel Asphalt, versiegelten Flächen und wenig Grün bilden Hitzeinseln. Diese können 10 bis 15 Grad Celsius heißer sein als die umliegenden ländlichen Gebiete.“ heißt es auf der Seite der Deutschen Welle. Bei 35 Grad Lufttemperatur ist Asphalt 55 bis 68 Grad heiß, werden die Hundebesitzer gewarnt, die auf die Pfoten ihrer Vierbeiner besondere Acht diese Tage geben sollen. Dadurch, dass wir die Städte leicht begehbar und autofreundlich machen, schaffen wir uns unser eigenes Backblech. Mehr noch. Lassen wir die Klimadiskussion beiseite, die für manche zu groß und zu abstrakt ist, und schauen uns nur an, was Autos im Moment machen. Jedes Verbrenner-Auto verbrennt Benzin. Wir gehen also in die Hitze raus, setzen uns ins Auto und machen in der überhitzten Stadt noch ein Feuer an. So klar, war mir das noch nie geworden!
Trotz all dieser Erkenntnisse steige ich gleich ins Auto und fahre in eine 60 km entfernte Stadt. Nicht weil eine Anbindung mit ÖPNV fehlt. Nicht weil ich keine Zeit habe, für die längere Zeitspanne, die ein Weg mit Straßenbahn und S-Bahn mit sich bringt. Sondern weil ich nicht schon wieder riskieren möchte für eine Stunde in einem Treibhaus festzustecken, in einem mit viel Glas ausgestattetem Wagen, der Sonne und Wärme wunderbar einfängt, aber keine Möglichkeit bietet zumindest den Fahrtwind kühlend aufzunehmen. Zu oft ist es mir die letzten Tag passiert. Zu einem Hitzeschutzkonzept der Städte gehört auf jeden Fall ein klimatisiertes ÖPNV. Ich spreche nicht von den 20 Grad, die manche Geschäfte anzustreben scheinen. Ein Temperaturunterschied von 15 bis 20 Grad ist weder angenehm noch gesund. Der Einkauf in zu tief gekühlten Geschäften macht überhaupt keinen Spaß. Und sobald man aus dem Laden geht, trifft die Hitze einen umso stärker wieder. Etwas kühlere oder zumindest mit Luftbewegung versehene Bahnwägen, würden für weniger Autos auf den Straßen sorgen. So lange das nicht der Fall ist, steige ich ins Auto. Das schlechte Gewissen trägt wie erwähnt nach vielen Stunden ungewollter Sauna nicht mehr.
So geht es vermutlich nicht nur mir, trotz besseren Wissens, am Ende ist meine aktuelle Gesundheit mir näher als das bisschen Feuer, das ich auf die Straße bringe. Und ein Auto macht doch den Braten nicht fett. Oder?
