Braunschweig auf den zweiten Blick

Das erste Mal in Braunschweig war sehr geschäftig: Hotel in der Nähe vom Bahnhof, Treffen etwas außerhalb. Zusammen mit der Information Braunschweig habe sehr unter Bomberdement im zweiten Weltkrieg gelitten, hatte ich diese Stadt als graue Industriestadt abgelegt. Es passte also gut ins Bild an einem grauen verregneten Novembertag anzukommen.

Diesmal war jedoch ein Spaziergang durch die Altstadt unvermeidbar, war doch die Übernachtung im Hotel Deutsches Haus gebucht.

Der erste Eindruck von der Innenstadt im Regen und bereits im Dunkeln war überraschend, da zu meinem Bild von Braunschweig die Altstadt gar nicht passte. Die geschlossenen Weihnachtsbuden (am Vorabend der Weihnachtsmarkteröffnung) erleichterten den Anschluss an das Bild in meinem Kopf. Es war kein Postkartenbild.

Das Abendessen in Vielharmonie war bodenständig, gesund und lecker. Von einer Currywurst mit Süßkartoffeln, über Ravioli mit Waldpilzen bis zum Salat mit Ziegenkäse, waren alle mit ihrer Bestellung höchst zufrieden. Gut gespeist nach interessanten Gesprächen traten wir dann in eine verwandelte Dunkelheit.

Es schneite. Die Aufbauarbeiten waren für den Tag beendet, die Beleuchtung wurde getestet – ohne zahlreiche Besucher. Und so entstand das Foto oben – doch noch ein Postkartenbild.

Am nächsten Tag nach getaner Arbeit, bei Sonnenschein und tauendem Schnee, hatte ich mich entschieden einen Zug später zu nehmen und dafür einen kleinen Rundgang durch die Altstadt gemacht.

Das Wort „Altstadt“ trifft es in Braunschweig nicht wirklich. Die Stadtmitte hatte wirklich im Krieg gelitten und so findet man einen absolut wilden Mix der Archtekturstile. Brutalismus neben Klassizismus, dachte ich beim Anblick des Landgerichts.

Landgericht und ein Gebäude daneben

Auf dem gegenüberliegenden Seite erklärte eine Plakete auf dem Polizeirevier das Gebäude sei im historizistischen Stil in Anlehnung an die italienische Rennaissance gebaut.

Die Spazierroute ist zum nachlaufen oder zur Inspiration für eigene Erkundungen auf komoot abrufbar: https://www.komoot.de/tour/1383523196?ref=aso

Die Aufzeichnung hatte ich leider zu früh gestoppt. Am Ende der Route lohnt es sich noch 300 Meter weiter geradeaus am Schloss vorbei zu laufen. Dort befindet sich das sehenswerte Rizzi-Haus. In so einem bunten Gebäude würde ich gern wohnen.

Ich hoffe, es ergibt sich bald wieder ein Besuch in Braunschweig – die Innenstadt ist mit Wasser umgeben, das könnte zu einer wärmeren Jahreszeit wunderschön sein.